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Get low – Leben in Niederbayern.

Ich wurde in München geboren, an einem Sonntag im Juni. Einige Jahre zuvor waren dort Mitte der 80er Jahre zwei Welten aufeinadergeprallt, ein Fitness-Studio in Schwabing war Schauplatz eines unscheinbaren und folgenschweren kosmischen Zufalls: meine Eltern haben sich kennengelernt. Meine Mutter kommt aus einer kleinen niederbayrischen Landwirtschaft, 20km nördlich von Passau. Kaum war sie 18, hat sie sich einen kleinen schwarzen Käfer gekauft und ist mit dem in die Landeshauptstadt ausgewandert. Konsequent auf der Überholspur der Autobahn, weil hauptsächlich hatte sie es eilig und vor allem hatte sie aber keine Erfahrung mit Autobahnen und den dort herrschenden Regeln.
Mein Vater ist der älteste von vier Sprösslingen einer ordentlich situierten und Grund besitzenden und Bürgermeister stellenden Familie aus Prien am Chiemsee. Seine Jugend hat er in einem der ortsansässigen Segelclubs verbracht, war ’72 Trägerder olympischen Fackel, hatte eine der ersten digitalen Armbanduhren und hat in München unter der Woche Maschinenbau studiert. Die Wochenende hat er daheim verbracht und dort an Oldtimern gebastelt, ist Meisterschaften gesegelt und hat das Leben genossen.
Kurz: gegensätzlicher hätten zwei Menschen nicht sein können. Da sich die aber bekanntlich anziehen, beginnt meine Geschichte als bayrischer Hybrid und Wanderer zwischen den Welten in einem Schwabinger Fitness-Studio.

Wenn auch gebürtiges Münchner Kindl, lebt meine Seele seit dem ersten Lebensmonat am bayrischen Meer, fließt Chiemseewasser durch meine Adern und schlägt mein Herz mit den Wellen der Chiemgauer Seen. Was hab ich für eine großartige Kindheit verbracht! Das nächste nach dem Laufen-Lernen war das Schwimmen und Skifahren, Schlittschulaufen, Schwammerlsuchen, Bäumeklettern, Sonnenbaden. Eine Kindheit am Chiemsee ist Freiheit und Natur, Unbeschwertheit und das Bewusstsein, dass alles möglich ist. Wer so aufgewachsen ist, trägt das immer in sich und sucht diese Werte sein Leben lang. Ein Chiemgauer ist abenteuerlustig, gesellig, neugierig und trotzdem in der narrischen Liebe zur Heimat verwurzelt. Nicht so verwunderlich also, dass es viele von uns maximal nach München, Regensburg oder Salzburg verschlägt. Mit meiner persönlichen Entscheidungsfreude zu diesem Thema war das so eine Sache. Nach halbscharigen und letzlich erfolglosen Versuchen in der erklärten Lieblingsstadt Wien unter zu kommen, einem universitären Ausflug nach Salzburg und einem Jahr in der Weltgeschichte war ich immer noch nicht schlauer. Bis dato gab es nur ein unverrückbares Ziel: Alles, bloß nicht Passau. Mir erschien die Flucht meiner Mutter 25 Jahre zuvor durchaus berechtigt.
Aber das Leben schlägt einem nunmal beizeiten seltsame Richtungen vor und so hat mich mein abenteuerliches Studienplatz-Dilemma letztlich genau dorthin verschlagen und ziemlich unvorbereitet in eine niederbayrische Existenz geworfen.

In dem Jahr, in dem mein Vater mit der olympischen Fackel durch den Chimesee geschwommen ist, hat Passau seine Universität bekommen. Man kann jetzt sicher drüber streiten, was oder ob vorher etwas Nennenswertes da war, mit Aufnahme des Betriebs gab es aber auf jeden Fall von da an eine Gegenbewegung zu Abwanderungen lebenshungriger Niederbayern und junges wissbegieriges Volk kehrte langsam in die Stadt zurück. Inzwischen macht das fast ein Viertel der Stadtbevölkerung aus, über 12.000 der 50.000 Passauer sind Studenten.
Ab 2008 war ich ein Teil davon und zwei Jahre später hatte ich auch erst mal wieder genug davon. Ich hab die Flucht nach vorne angetreten und die drei Flüsse, den Nebel, die Enge, die Borniertheit und mein Notfall-Studium hinter mir gelassen. Ein halbes Jahr München, 8 Monate Auslandsstudium, 4 Wochen Reisen – und am Ende die Erkenntnis, dass Passau mein zweites Zuhause geworden war. Ich musste raus und durfte wiederkommen und hab das gebraucht um zu erkennen, dass ich hier alles hab, was mir wichtig ist: Gemütlichkeit, Ruhe, Grün, Wasser, Hügel, eine Stammkneipe, ein Lieblingscafé, eine Wohnung mit Garten, alles in fußläufiger Entfernung und ein gewaltiges Potenzial zur Entfaltung und Verwirklichung von Ideen. Seitdem lerne ich meine Wahlheimat mit konsequenter Begeisterung besser kennen und zu verstehen. Mit Niederbayern verhält es sich in meinem Augen so, dass das ein wirklich hübscher, aber recht schüchterner Fleck auf der bayrischen Landkarte ist. Ein bisschen in die Ecke gedrängt, ständig vom Aufmerksamkeit heischenden Oberbayern überstrahlt und irgendjemand hat ihm ein Zettelchen hinten an die Jacke geklebt, auf dem LOSER steht. Mit Selbstbewusstsein ist unser Niederbayern nicht unbedingt gesegnet und dewegen hat es sich drauf verlegt, seine Talente nur heimlich und für sich allein zu entwickeln und nach angelernter Gewohnheit die Nachbarn um Hilfe zu bitten mit einem geübten Verweis auf die eigene Unfähigkeit. Warum eigentlich? Wir haben das wirklich nicht nötig!

Ich hab nach anfänglichen Vorbehalten und Schwierigkeiten Niederbayern, seine Bewohner und deren Herzlichkeit und Granteligkeit lieb gewonnen und bin hier geblieben, inzwischen seit fast sieben Jahren. In dieser Zeit hat sich die Stadt verändert und vor allem langsam aber sicher an Identität und Selbstbewusstsein gewonnen, besonders was die Lebens- und Liebenswürdigkeit einer verträumten Kleinstadt im Grünen angeht. Ich genieße es jedes Mal, zu Fuß überall hin zu kommen und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein, mit dem Fahrrad in 10 Minuten in der freien Natur zu sein, mir eine Zweizimmerwohnung mit Garten in Zentrumsnähe leisten zu können und in meiner Arbeit kreative Menschen und motivierte Gestalter um mich zu haben, die sich auf kleinem Raum zusammenfinden und so eine explosive Dichte erreichen.
Es wäre vermessen Passau zu etwas hoch zu stilisieren, was es nicht ist. Wir sind hier nicht in Berlin und keine Stadt die niemals schläft, wir haben auch keine Schickeria oder sind internationales Hightech-Zentrum, Kunst-Metropole oder Industrie-Ballungsraum. Aber wir sind hier frei und haben für jeden den Raum das zu sein, was er sein oder verwirklichen möchte. Wo sonst hat man schon noch die Möglichkeit, nicht nur sein eigenes Leben, sondern eine ganze Stadt nach seinen Vorstellungen zu gestalten?

Get low – wir haben zu tun!

Huubert Weinschorle

Huubert Weinschorle

Sollte man zu Beginn einer Produktbewertung darauf hinweisen, dass man voreingenommen ist? In meinem Fall voreingenommen, weil ich Weinschorle einfach großartig finde.

Der Huubert ist uns über Instagram zugeflogen, als angefangen haben, uns in das digitale Bayern einzuarbeiten und war auch der erste der Hier! gerufen hat, als wir unsere Dienste als Tester bayerischer Getränke-Neuheiten angeboten haben.

Erster Erfahrungswert: Der 48h-Lieferdienst hält was er verspricht.

Und wir ha’m ganz schee g’schaut, als dann tatsächlich postwendend ein Huubert-Rund-um-sorglos-Paket ins Büro kam: 8 rosé, 8 weiße Flascherl in sehr schicker Optik, Aufkleber, Flyer und obendrauf noch ein Flaschenöffner. Ordentlich! An der Stelle nochmal Danke! und in Folge, was wir zu Huubert zu sagen haben, nachdem wir ihn dann stilsicher und Anwender-orientiert nach Feierabend auf dem Balkon genossen haben.

Weinschorle, Bayern, Startup

3 Mädels, 6 Flaschen Huubert und Einigkeit darüber, dass das Design auf jeden Fall gefällt – auch wenn es bissl gedauert hat, bis der Groschen gefallen ist und das “Huu” wahrscheinlich vom Logo-Uhu kommt. Was der Vogel mit Weinschorle zu tun hat, konnten wir uns dann nicht mehr erschließen, ebensowenig, ob Huubert der attraktive Mann auf dem Flyer ist – dem Geschmackserlebnis hat das aber in keinem Fall geschadet. Der Huubert hat sich als vortreffliches Sommer-Getränk empfohlen; rosé, wenn man es bissl süßer mag, weiß, wer eher auf eine herbe Note steht.

Ganz schön süffig.

Eiswürfel, wie der Flyer einem an’s Herz legt, hatten wir leider nicht zur Hand, sind aber sicher eine super Sache. Gut vorstellen können wir uns auch Minze oder Zitrone on top – vll. mag sich in den Variationen ja mal wer ausprobieren?